Fit fürs Skitourengehen:
Vorbereitung, Touren- & Einkehrtipp

Wenn du mit Tourenski unterwegs bist, beginnt der Tag nicht erst mit dem ersten Schritt im Schnee, sondern schon Wochen vorher – im Training, in der Planung, in der Wahl von Gelände und Einkehr. Im Tal der stillen Hänge und weiten Linien, dem Windautal, wird dieses Prinzip spürbar: Hier zählt nicht der große Lift, sondern der Weg nach oben, die Abfahrt mit Tiefgang und das Ziel – eine Einkehr, bei der du ganz sein kannst. In diesem Beitrag bekommst du drei essentielle Bausteine: wie du dich im Vorfeld fit machst, welche Touren Gebietstipp zu bieten hat – und wo du danach einkehren kannst. So wirst du nicht nur im Schnee aktiv, sondern mit Bewusstsein und Genuss.

Warum Fitness für Skitourengeher entscheidend ist

1. Kraft: Der Aufstieg mit Tourenski beansprucht vor allem die Bein- und Rumpfmuskulatur.
2. Ausdauer: Lange Anstiege auf den Berg fordern dein Herz-Kreislauf-System.
3. Balance & Koordination: Besonders bei der Abfahrt im Tiefschnee ist Stabilität entscheidend, um sicher die Hänge zu meistern.
4. Flexibilität: Geschmeidige Bewegungen reduzieren das Verletzungsrisiko bei plötzlichen Belastungen.
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Das perfekte Skitouren-Training im Fitnessstudio

1. Beinkraft: Dein Motor für den Aufstieg

  • Kniebeugen (Squats): Perfekt für Oberschenkel und Gesäß. Variiere mit Langhanteln oder im Smith-Rack
  • Ausfallschritte (Lunges): Fördern die Stabilität und stärken gezielt die Beine.
  • Beinpresse: Erlaubt es dir, mit höheren Gewichten zu arbeiten und Kraft aufzubauen.
  • Wadenheben (Calf Raises): Unverzichtbar für die oft vernachlässigten Wadenmuskeln.

2. Rumpfstabilität: Der Schlüssel zur Balance

  • Plank-Variationen: Fördern die Stabilität und trainieren den gesamten Rumpf.
  • Russian Twists: Unterstützen die Rotationskraft, die beim Skitourengehen benötigt wird.
  • Cable Woodchopper: Simuliert die seitliche Belastung, wie sie bei Abfahrten oder Balanceakten vorkommt.

3. Ausdauertraining: Deine Basis für lange Touren

  • Stepper oder Stairmaster: Simuliert den Aufstieg und stärkt gleichzeitig die Beinmuskulatur.
  • Laufband mit Steigung: Perfekt, um das Bergaufgehen zu trainieren.
  • Rudergerät: Fördert die Ausdauer, trainiert aber auch Arme, Beine und Rücken.
  • HIIT-Workouts: Intervalltraining steigert deine Belastungsfähigkeit und macht dich fit für wechselndes Tempo.

4. Balance & Koordination: Sicher auf jedem Hang

  • BOSU-Übungen: Kniebeugen oder Ausfallschritte auf einem Balance-Trainer stärken deine Koordination.
  • Slackline: Ideal, um Gleichgewicht und Körpergefühl zu verbessern.
  • Einbeinige Übungen: Zum Beispiel einbeinige Deadlifts oder Standwaagen, um die Stabilität zu erhöhen.

5. Dehnung & Flexibilität: Dein Verletzungsschutz

  • Dehne die Oberschenkel, Waden und Hüftbeuger.
  • Nutze Schaumstoffrollen (Foam Rolling), um die Muskeln zu lockern und Verspannungen zu lösen.

Fitnesstipps für die Touren-Vorbereitung

  • Trainiere funktional: Setze auf Übungen, die Bewegungen aus dem Skitourengehen simulieren.
  • Steigere dich langsam: Erhöhe Gewichte oder Intensität schrittweise, um Überlastungen zu vermeiden.
  • Kombiniere Indoor und Outdoor: Ergänze dein Studio-Training mit Wanderungen oder kurzen Skitouren, um dich an die Belastung zu gewöhnen.
  • Achte auf Regeneration: Gönne deinem Körper ausreichend Pausen – auch das stärkt die Muskulatur.

Deine Belohnung: Topfit auf den Gipfeln

Die Kombination aus gezieltem Kraft- und Ausdauertraining macht dich fit für die Herausforderungen des Skitourengehens. Mit jedem Trainingstag im Fitnessstudio kommst du deinem Ziel näher: der Genuss von unberührtem Pulverschnee, atemberaubenden Gipfelblicken und der unvergesslichen Abfahrt ins Tal.

Pack deine Sportsachen und leg los – die Berge warten auf dich!

Tourentipp:
Weiße Linien, weite Hänge – Skitouren im Windautal

Das Windautal ist eines dieser Täler, die nicht laut um Aufmerksamkeit buhlen. Es liegt westlich von Westendorf, zieht sich tief und ruhig in die Kitzbüheler Alpen hinein und wirkt im Winter wie ein eigener kleiner Kosmos aus Schnee, Schatten und Sonne. Genau diese Mischung macht es zu einem der spannendsten Skitourengebiete in den Nordalpen – nicht überlaufen, nicht überinszeniert, dafür voll mit Touren, die den Puls steigen lassen und gleichzeitig entschleunigen.

Touren, die dem Windautal seinen Charakter geben

Das Tal bietet eine breite Palette an Gipfeln – von sanft bis ambitioniert. Man muss nicht alles aufzählen, aber ein paar Berge gehören einfach zum Charakter des Windautals:

Lodron (1.925 m)
Der Klassiker. Ein gleichmäßiger, rhythmischer Aufstieg über flache Rücken und weite Almflächen. Die Abfahrt: verspielt, offen, ideal für genussvolle Schwünge. Perfekt bei Neuschnee – und ein Lieblingsziel vieler Einheimischer.

Steinbergstein (2.215 m)
Deutlich alpiner. Der Anstieg zieht sich, die letzten Meter zum Gipfel wirken wie eine kleine Gratwanderung in die Freiheit. Die Abfahrt hält, was der Aufstieg verspricht: kraftvolle, lange Hänge mit Potential für großen Pulverzauber.

Gerstinger Joch / Gerstinger Hörndl (knapp 2.000 m)
Von der Form her eher ein breiter Rücken als ein spitzer Gipfel – aber ideal für Tage, an denen man einfach in den Flow kommen will. Super Einsteiger- und Feierabendtour, auch sicherheitsmäßig oft eine stabile Option.

Kröndlhorn (2.444 m)
Für ambitionierte Tage. Länger, einsamer, wilder. Der Anstieg zieht über mehrere Geländeformen, und die Gipfelkuppe belohnt mit einem Panorama, das weit in die Hohen Tauern reicht. Die Abfahrt ist variabel – breite Hänge, Kuppen, Mulden, kleine Rinnen.

Gemeinsam haben diese Touren etwas, das das Windautal so besonders macht: Die Routen verlaufen oft über weitläufige Almflächen, die perfekte Spielwiesen für Abfahrten sind – mal flauschiger Pulver, mal butterweicher Frühjahrsfirn. Gleichzeitig sind sie eingebettet in ein Gelände, das nie bedrohlich wirkt, sondern einladend. Das Windautal ist kein High-Alpine-Gebiet, sondern ein ideales Skitourenrevier für Menschen, die Natur und Bewegung ernst nehmen – ohne gleich am Limit unterwegs sein zu müssen.

Perfekte Expositionen, ideale Linien – purer Skitourenboden

Im Winter verschluckt das Tal Geräusche. Nur der Wind, die Stöcke im Schnee, das leise Klacken der Bindungen. Die Nord- und Osthänge halten lange Pulverschnee, während die Südflanken spätestens im Frühling zu perfekten Firnflächen werden. Genau dieser Mix aus Expositionen erlaubt fast die ganze Saison über gute Bedingungen.

Man spürt sofort: Das Windautal ist kein Tal für Show. Es ist ein Tal für Menschen, die Ski wirklich gehen wollen.

Einkehrtipp: Gasthaus Steinberg – wo der Tag endet, wie er sollte

Direkt beim Skitourenparkplatz liegt der kulinarische Fixpunkt des Tals: das Gasthaus Steinberg. Wirt und Küchenchef Michael Grafl, ausgebildet unter anderem bei Alfons Schubeck, bringt hier eine Küche auf den Tisch, die perfekt zum Tal passt: regional, präzise, ohne Schnickschnack.
Das Wild stammt direkt aus dem Windautal, Gemüse und Fleisch aus der Umgebung. Als Obmann der Initiative „KochArt“ setzt Grafl ein klares Zeichen für Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit. Wer nach einer Tour hier einkehrt, versteht schnell, warum das Steinberg zur DNA dieses Tals gehört.